Titanfall 2 geht erfolgreich in die zweite Runde

Kurz nach dem Release von Battlefield 1 erscheint ein weiterer Shooter aus dem Hause Electronic Arts. Titanfall 2 soll ebenfalls den Spätherbst aufmischen und Fans des Shooter-Genre an die Konsole locken. Bereits mit dem ersten Teil konnten die Entwickler von Respawn Entertainment einen großen Erfolg auf der XBox One feiern. Das Spiel galt auf der Microsoft Konsole als einer der mit am besten bewertesten Titel und konnte sich in der Zeit von drei Jahren gut halten. Jetzt wurde es Zeit für einen zweiten aufgefrischten Teil. Mit einem vielschichtigen Multiplayer-Modus, einem weiterentwickelten Bewegungssystem und einer packenden Singleplayer-Kampagne will Respawn und EA an dem Erfolg des ersten Teils anknüpfen. Ob diese gelungen ist, könnt ihr hier lesen.

Nachdem ich den Test von Battlefield 1 abgeschlossen hatte und den Titel aufgrund eines klassischen nicht futuristischen Shooters in höchsten Tönen gelobt, sogar bisher als beste Review auf dieser Seite angepriesen habe, bekomme ich es jetzt wieder mit einem Titel zu tun, der nur so von übertriebenen Zukunftsschnickschnack durchflutet ist. Aber das ist Titanfall und so soll Titanfall auch sein. Wer Titanfall spielt und kennt, schätzt das schnelle und intensive Gameplay, bei dem Piloten und ihre riesigen Mechs, die sogenannten Titans, auch mal der Physik strotzen, in dem sie an den Wänden entlanglaufen oder durch moderne Pilotenanzüge erheblich weit und hoch springen können. Abgerundet wird das ganze von einem Sortiment an futuristischen Waffen und Gadgets, die jegliche Vorstellungskraft sprengen.  Wer ein actiongeladenes Gameplay bevorzugt, bei dem keine Luft zum Verschnaufen bleibt, für den ist Titanfall 2 der richtige Titel in diesem Jahr.

Titanfall würde sich auch als guter Singleplayer-Titel eignen

Die erste Neuerung, die sofort ins Auge springt, ist die Singleplayer-Kampagne. Hier schlüpfen wir in die Rolle des Milizsoldaten und angehenden Piloten Jack Cooper, der durch unvorhergesehene Umstände schneller in das Pilotencockpit eines Titans gerät, als es eigentlich üblich ist. Durch den Tod seines Ausbilders, wird der Titan einer Vanguard-Klasse mit dem Namen BT-7274 (kurz: Bi-Ti gesprochen) auf unseren Charakter übertragen und steht ihm von nun an zur Seite. Cooper und sein Titan müssen sich auf einem wichtigen strategischen Planeten als Kampfeinheit der Miliz gegen die IMC (Interstellar Manufacturing Corporation) und ihre Söldner durchsetzen, die es auf die Rohstoffe des Planeten abgesehen haben. Die Story zwischen BT und Cooper wird richtig gut erzählt. Der Spieler erfährt wie Titan und Pilot im Laufe der Kampagne eine Bindung zueinander aufbauen, wie es z.B. in dem Film Real Steel der Fall war. Diese Bindung wurde im ersten Teil nur angedeutet, wird aber jetzt durch das Hinzufügen einer Kampagne sehr gut in Szene gebracht.

Das Leveldesign der Kampagne präsentiert sich abwechslungsreich durch unterschiedliche Umgebungen und persönlichen Möglichkeiten, das Spiel zu spielen. So agieren wir mit unseren Helden auf einer Tragfläche eines Kampfschiffs oder müssen uns einen Weg durch ein Terrain zusammenknobeln. Dabei verzichtet die Kampagne leider auf Zwischensequenzen, was der Story sehr gut getan hätte.  Zum Schluss kriegt der Storymodus einen gewissen „Mission Impossible“-Charakter, der aber für einen Showdown gut inszeniert ist, so dass man vor Spannung krampfartig den Controller festhalten muss. Auf einem normalen Schwierigkeitsgrad ist aber leider schon nach gut sechs Stunden Schluss, denn Titanfall 2 legt wie der Vorgänger seinen Schwerpunkt auf den Multiplayer-Bereich.

titenfall2_mechs

Der Multiplayer-Modus wirkt noch rasanter, das Mapdesign noch vielseitiger

Im Multiplayer-Modus begegnen uns die klassischen Spielvarianten wie „Capture the Flag“ oder „Deathmatch“. Ein neuer Modus wäre z.B. die Kopfgeldjagd, in der während des Einsatzes Geld verdient werden muss, um dies in einem gewissen Zeitfenster an einem Terminal zur Bank hochzuladen. An den bis zu drei Terminals geht es dann richtig zur Sache, da jeder in dem recht kurzen Zeitfenster das Geld einzahlen will. Das sorgt für erbitterte Kämpfe in dieser Region. Klingt erst einmal sehr komisch, macht aber auch sehr viel Spaß. Wer Titanfall 2 ein paar Stunden spielt, wird die frische Spielmechanik bemerken. Durch ein kreatives Leveldesign mit vielen unterschiedlichen Routen kann man je nach persönlicher Spielaffinität seinen eigen Spielstil in die Gefechte einfließen lassen. So werden Titan und Pilot regelrecht zum Parcour-Läufer. Es geht an den Wänden entlang, per Doppelsprung auf anderen Ebenen hoch oder rutschend unter Hindernisse her. Man kann jederzeit aus seinem Titan aussteigen, sich an die gigantischen Gegner über zahlreiche Wege ranschleichen um einen feindlichen Titan seine Batterie zu stehlen. Auch Kletterhaken werden jetzt mit ins Spiel gebracht. Titanfall 2 ist schnell und dynamisch, so dass alle anderen Shooter sich richtig langsam anfühlen. Einfach mal wieder Battlefield oder CoD zum Vergleich spielen, dann kann man den Vergleich nachvollziehen.

titenfall_leveldesign

Titanfall 2 bietet einen individuellen Spielstil und Anpassungsmöglichkeiten

Die Entscheidungsfreiheit, wie ich Titanfall 2 spielen möchte, ist ein wichtiges Merkmal. Dieses Konzept zieht sich durch das ganze Spiel. Auch bei den Anpassungsoptionen der Piloten wie auch beim Titanen oder bei der Erstellung von persönlichen Looks durch verschiedene Titan- und Waffenskins, zieht sich dieses Konzept weiter durch. Wer also Wert auf ein individuelles und vielschichtiges Gameplay legt, ist mit diesem Titel durch unterschiedliche Pilotenklassen im Zusammenspiel mit verschiedenen Titanen-Chassis, Waffen, Boosts, Fähigkeiten und Skins bestens bedient. In der Releaseversion sind neun unterschiedliche Maps und sieben Soldatenklassen enthalten. Dazu kommen noch sechs unterschiedlich spielbare Titan-Chassis. So agiert der Titan Ronin mit einem Schwert, Ion hat einen gigantischen Laser in der Brust und Northstar ist ein wendiger Scharfschütze. Das Burncard-System aus dem ersten Teil wurde durch Boost-Modifikationen ersetzt, was mir persönlich besser gefällt. Hervorzuheben ist, dass Respawn wie auch Electronic Arts sich dafür ausgesprochen haben, weitere Erweiterungen wie Maps, Spielmodi und Klassen kostenfrei und auch ohne Season-Pass zu veröffentlichen.

Zwar sieht Titanfall 2 auf dem ersten Blick richtig gut aus und hat auch richtige tolle Effekte, beim genaueren Hinsehen merkt man aber, dass die Engine schon ein wenig angestaubt ist. So wirkt das Leveldesign meist leicht verwaschen und einige Texturen sind nicht unbedingt sehr detailreich. Die deutsche Sprachausgabe und der bombastische Sound hingegen, spielen auf einem ganz hohen Niveau wieder mit. Auch wie schon bei der Review zu Battlefield 1 muss man erwähnen, dass es trotz der geringeren Verkaufszahlen im Vergleich zu Battlefield 1 ebenfalls ein reibungsloser Start mit stabilen Servern war.

titenfall2_pilot

Fazit

Titanfall 2 präsentiert sich, wie angepriesen, als schneller intensiver Spieletitel, bei dem der Spieler viel von seinem individuellen Spielstil einfließen lassen kann. Das beginnt bei der Art zu Spielen bis hin zum Design der Titanen und dem Zusammenspiel zwischen seinem Piloten. Gerade das Zusammenspiel verschiedener Komponenten hebt Titanfall 2 aufgrund der Spielmechanik von anderen Titeln des Shooter-Genre ab. Meiner Meinung nach, spielt sich Titanfall 2 noch intensiver als der Vorgänger. Überraschend war die recht gut gelungene Einzelspielerkampagne, die zeigt, dass die Titanfall-Serie sich auch gut als Einzelspieler-Titel verkaufen lassen würde. Lediglich das Weglassen von Zwischensequenzen trübte ein wenig die Stimmung, so dass die Story nicht filmreif erzählt wird. Sie könnte aber, und vielleicht wird das in Titanfall 3 bzw. in ein Spin-Off in einer Art Kampagne mal der Fall sein. Wer also richtig auf Mech-Action steht, sollte auf jeden Fall zugreifen. Wenn es dazu noch, wie von Respawn und EA angekündigt, kostenlose Erweiterungen gibt, könnte es ein Dauerbrenner für die nächsten Jahre werden.

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*